Internistische Praxisgemeinschaft

Rheumatologie . Nephrologie

Informationen für unsere Patienten zur immunsuppressiven Therapie und dem Coronavirus


Liebe Patientin, lieber Patient!

Derzeit bemühen wir uns weiterhin um eine verringerte Zahl an Menschen, die gleichzeitig in unserer Praxis sind. Einzelne Patienten rufen wir weiterhin und besprechen bei Beschwerdefreiheit / stabilem Krankheitsverlauf die weitere Therapie telefonisch.

Bitte kommen Sie ohne Begleitung in unserer Praxis, bringen Sie derzeit auch keine Kinder mit.

Wir stellen auch eine vereinfachte Rezeptbestellung über unser Onilne-Rezeptformular bereit, in aller Regel ohne Versichertenkarte. Diese finden sie unter diesem Link.

Die Verbreitung des „Coronavirus“ (Medizinische Bezeichnung: SARS-CoV-2; Es gibt schon lange verschiedene Coronaviren!) macht vielen Menschen Angst und Sorgen. Gerade Sie als Patient nach Nierentransplantation oder mit einer entzündlich-rheumatischen Systemerkrankung, wie der rheumatoiden Arthritis, Psoriasisarthritis, M. Bechterew oder Kollagenosen wie dem SLE sind vielleicht besonders verunsichert. Bin ich besonders gefährdet? Soll ich meine „Rheuma“-Medikation in dieser Phase überhaupt noch nehmen? Ist das nicht zu gefährlich? Unsere Patienten haben durch die Erkrankung selbst, aber auch durch die Therapie ein etwas erhöhtes Infektrisiko. Wie stark dieses Infektrisiko erhöht ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, z.B. der Art der Erkrankung, eventuellen Begleiterkrankungen, aktueller Therapie, Alter und andere Faktoren. Sie sehen, daß hier immer eine individuelle Bewertung sinnvoll ist. Das Immunsystem ist aber natürlich nicht „abgestellt“, sondern macht einen Großteil seiner sinnvollen Aufgaben.

Im Laufe der Pandemie lässt sich aber zunehmend sagen, dass die "Rheuma-Patienten" kein wesentlich erhöhtes Risiko für schwere Verläufe einer Coronavirus-Infektion zu haben scheinen. Dazu können Sie folgende Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie lesen:

Pressemittelung der DGRh

Aktuell ist kein anderes Verhalten zu empfehlen wie in einer Grippe-Saison. Was bedeutet dies konkret?
Potenzielle Ansteckungsherde meiden, bei Fieber, also Temperatur über 38,5° (Fieber messen!) die „Rheuma“-Medikation pausieren (Ausnahme Kortisonpräparate!). Bei milden Krankheitszeichen ist dies nicht notwendig, kann aber erwogen werden. In der Regel ist auch eine Pause sinnvoll, wenn sie ein Antibiotikum nehmen. Kontaktieren Sie uns oder Ihren Hausarzt im Einzelfall telefonisch, wenn Sie sich nicht sicher sind!

Derzeit möchten wir Sie auch bitten aus Rücksicht auf die anderen Patienten mit immunsuppressiver Therapie einen geplanten Termin in unserer Praxis zu verschieben, sollten Sie einen Infekt der Atemwege haben oder sich in einem der Risikogebiete für SARS-CoV-2 aufgehalten haben.

In der derzeitigen Situation wünschen sich in aller Regel auch die Hausärzte eine telefonische Kontaktaufnahme, bevor sie sich dort mit einem Infekt der Atemwege vorstellen. Bundesweit können Sie auch Informationen unter der Telefonnummer 116117 oder über die Website www.116117.de, dem Informationsservice der Kassenärztlichen Vereinigung bekommen.

Sollten Sie grippale Symptome (z.B. Husten, Fieber, Gliederschmerzen) haben und sich in einem der Risikogebiete für SARS-CoV-2 aufgehalten haben oder Kontakt mit einem Infizierten gehabt haben, kontaktieren Sie bitte ebenfalls telefonisch Ihren Hausarzt oder den Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116117.

In einer solchen Situation sollten Sie als Patient nach Organtransplantation Ihre Medikamente bitte nur nach Rücksprache mit dem betreuenden Nephrologen ändern. Als "Rheumapatient" dürfen Sie - von schwersten Vaskulitiden abgesehen - im Zweifelsfall Ihre immunsuppressiven Medikamente pausieren. Eine Therapie mit einem Kortisonpräparat wie Prednisolon sollte in der Regel fortgesetzt werden.

Ihr PGRN-Praxisteam